Möchten Sie zur deutschen Seite wechseln?JaNeina
Schließen

Konzernlagebericht

 

11. Chancen- und Risikobericht

11.1 Integriertes Chancen- und Risikomanagementsystem

Das integrierte Chancen- und Risikomanagement der GfK Gruppe bildet die Basis, um die Gesamtheit aller Chancen und Risiken zu identifizieren und zu managen. Der Risikomanagementprozess erfolgt mittels eines „Bottom-up“-Ansatzes über mehrere Aggregationsstufen. Dabei werden auf Ebene der einzelnen GfK-Gesellschaften Risiken sowie auf der Ebene der Regionen, Sektoren und des Konzerns zusätzlich auch Chancen identifiziert und bewertet. Das übergeordnete Ziel ist dabei, frühzeitig Entwicklungen zu erkennen, die die GfK Gruppe signifikant beeinflussen können. Durch die kontinuierliche interne Risikoberichterstattung und die jährliche Risikoinventur wird das Monitoring von Chancen und Risiken gewährleistet. Des Weiteren wird durch die regelmäßige Überprüfung des Chancen- und Risikomanagementsystems durch Internal Audit eine angemessene Funktionsfähigkeit sichergestellt.

Das konzernweite Chancen- und Risikomanagementsystem von GfK basiert grundlegend auf einem managementorientierten Enterprise-Risk-Management(ERM)-Ansatz. Es ist in vollem Umfang in die Konzernorganisation integriert und orientiert sich am weltweit anerkannten Rahmenkonzept des Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission (COSO). Abgeleitet von diesem Konzept ist das Chancen- und Risikomanagementsystem mit seinen definierten Prozessen mit der internen Risikoberichterstattung verknüpft und bildet einen festen Grundpfeiler des internen Kontrollsystems. Das integrierte System ist in einer Konzernrichtlinie verankert und regelt alle risikopolitischen Grundsätze und Verantwortlichkeiten innerhalb des Chancen- und Risikomanagements, den Chancen- und Risikomanagementprozess und das damit verbundene Berichtswesen. Die Richtlinie ist jedem Mitarbeiter über das GfK-Intranet zugänglich.

Risikopolitische Grundsätze

Um den Erfolg der GfK Gruppe am Markt weiterhin sicherzustellen, müssen Chancen konsequent genutzt, aber gleichzeitig auch Risiken in einer unternehmerisch und moralisch vertretbaren Art und Weise eingegangen werden. Hierfür wurden risikopolitische Grundsätze definiert, auf denen das gesamte Chancen- und Risikomanagementsystem der GfK Gruppe basiert. Die Kernprinzipien, die in die Strukturen und Geschäftsprozesse der GfK Gruppe integriert sind, lauten:

> Unternehmerisches Handeln erfordert einen bewussten Umgang mit Risiken.

> Handlungen, deren immanente Risiken in einer Existenzgefährdung der GfK Gruppe resultieren können, sind nicht erlaubt.

> Risikomanagement ist Pflicht für jede Mitarbeiterin und jeden Mitarbeiter.

> Risiken müssen systematisch identifiziert, bewertet und gesteuert werden.

Integriertes Chancen- und Risikomanagementsystem der GfK Gruppe

 

Verantwortlichkeiten

Risikomanagement-Komitee: Im Rahmen seiner Gesamtverantwortung

für das Chancen- und Risikomanagementsystem hat der Vorstand ein Risikomanagement-Komitee eingerichtet, das mit der zentralen Koordination und kontinuierlichen Weiterentwicklung des Risikomanagementsystems betraut ist. Ihm gehören der Finanzvorstand als Vorsitzender, der Vorstandsvorsitzende, der Head of Group Controlling sowie ein für das Thema Risikomanagement verantwortlicher Mitarbeiter des Bereichs Group Controlling als ständige Mitglieder an. Das Komitee informiert den Vorstand und den Aufsichtsrat über aktuelle Entwicklungen und Veränderungen der Risikolage im Konzern.

Risikomanagement-Koordinatoren: Die direkte Verantwortung für Früherkennung, Steuerung und Kommunikation über die Risiken vor Ort liegt beim operativen Management der einzelnen GfK-Unternehmen. Dort sorgen Risikomanagement-Koordinatoren dafür, die zentralen Vorgaben in der jeweiligen Organisation umzusetzen und das Risikobewusstsein zu fördern.

Risk Owner: Für jedes identifizierte Risiko wird ein Risk Owner (auf jeder Stufe des im nachfolgenden Schaubild dargestellten Prozesses der Risikoinventur 2016) benannt, in dessen Verantwortungsbereich das Risiko fällt. Er hat die Aufgabe, das Risiko aktiv zu managen und geeignete Gegenmaßnahmen zu ergreifen, um dem Eintreten geschäftsschädigender Risiken vorzubeugen oder einen möglichen Schaden zu begrenzen. Der Risk Owner kann ein einzelner Mitarbeiter oder eine Gruppe von Mitarbeitern auf Managementebene sein.

Chancen- und Risikomanagementprozess

Der Chancen- und Risikomanagementprozess umfasst eine fortwährende Identifikation, Bewertung und Steuerung, die durch die prozessbegleitenden Schritte Berichterstattung und Monitoring ergänzt werden.

Jeder Mitarbeiter der GfK Gruppe ist dafür verantwortlich, die in seinem Aufgabenbereich befindlichen Risiken zu identifizieren. Dies geschieht einerseits innerhalb der jeweiligen lokalen GfK-Gesellschaften, innerhalb der Regionen durch das regionale Management und auf Sektorenebene durch das Sektorenmanagement und – sofern ein Risiko die gesamte GfK Gruppe betrifft – auf Vorstandsebene. Anschließend wird jedes Risiko systematisch anhand der Kriterien „Eintrittswahrscheinlichkeit“ und „potenzielles Schadensausmaß“ sowie „Zeithorizont“ bewertet. 

Die Eintrittswahrscheinlichkeit wird durch vier Kategorien definiert: „unwahrscheinlich“ (kleiner 10 Prozent), „eher unwahrscheinlich“ (zwischen 10 und kleiner 40 Prozent), „wahrscheinlich“ (zwischen 40 und kleiner 70 Prozent) und „sehr wahrscheinlich“ (über 70 Prozent).

In Bezug auf das potenzielle Schadensausmaß wird unterschieden zwischen einem Einfluss auf das angepasste operative Ergebnis respektive Konzernergebnis von „gering“ (kleiner 3 Millionen Euro), „mittel“ (zwischen 3 und kleiner 6 Millionen Euro), „hoch“ (zwischen 6 und kleiner 10 Millionen Euro) und „sehr hoch“ in drei Abstufungen (zwischen 10 und kleiner 20 Millionen Euro, zwischen 20 und kleiner 30 Millionen Euro und über 30 Millionen Euro). 

Eine Aufteilung bezüglich Zeithorizont in unmittelbare Risiken (potenzielle Auswirkungen können bereits im Geschäftsjahr 2017 auftreten) und mittelbare Risiken (potenzielle Auswirkungen können erstmalig ab dem darauffolgenden Geschäftsjahr auftreten) werden nicht vorgenommen, da die meisten potenziellen Risiken bereits im nächsten Geschäftsjahr auftreten können. Abweichungen in Bezug auf den Zeithorizont sind im jeweiligen Risiko vermerkt.

Risikoklassen bei GfK
Integriertes Chancen- und Risikomanagement der GfK Gruppe

Im Rahmen der Risikosteuerung werden für wesentliche Risiken (abhängig von der Einschätzung bezüglich Schadensausmaß und Eintrittswahrscheinlichkeit) Maßnahmen definiert und umgesetzt, um das Eintreten von Risiken zu vermeiden bzw. das Schadensausmaß im Falle des Eintritts signifikant zu reduzieren. Der hier genannte Risikokatalog bezieht sich ebenfalls nur auf wesentliche Risiken für die GfK Gruppe.

Daneben werden auch potenzielle Chancen im Konzern analysiert, die einen positiven Einfluss auf das angepasste operative Ergebnis respektive Konzernergebnis haben können. Die Chancen- und Risikosteuerung umfasst zusätzlich einen aktiven Umgang mit dem Einzelrisiko bzw. der identifizierten Chance, um auf mögliche Änderungen rechtzeitig reagieren zu können. Im Rahmen des Chancen- und Risikomonitorings werden das gesamte Chancen- und Risikoportfolio sowie das Geschäftsumfeld kontinuierlich beobachtet, um Veränderungen rechtzeitig erkennen zu können.

Die Chancen- und Risikoberichterstattung erfolgt monatlich und jährlich über eine globale Risikoinventur und darüber hinaus über eine jederzeit mögliche Ad-hoc-Berichterstattung. Die jährliche Risikoinventur sorgt für eine umfassende Einschätzung der Chancen- und Risikosituation der GfK Gruppe.

Grundsätzlich sind alle GfK-Gesellschaften verpflichtet, eine jährliche Risikoinventur durchzuführen. In die Risikoinventurberichterstattung sind diejenigen GfK-Gesellschaften integriert, deren geplante externe Umsätze für das laufende Geschäftsjahr mehr als 9 Millionen Euro betragen, und solche, die von strategischem Interesse für die GfK Gruppe sind. Im Rahmen von regionen- und sektorspezifischen Chancen- und Risikoworkshops erfolgt eine Zusammenfassung und Validierung der gemeldeten Risiken mit dem Ziel, über alle Gesellschaften hinweg wesentliche Risiken und Chancen zu identifizieren. Hierdurch wird das Chancen- und Risikomanagement in der jeweiligen Regionen- und Sektorstrategie sowie letztendlich in der des Konzerns verankert. Durch diesen Ansatz können sich durchaus Einzelrisiken nivellieren oder Risiken aggregiert auf Region- und Sektorebene neu bewertet werden.

Auf Basis dessen werden die Chancen und Risiken für die GfK Gruppe zusammengefasst und dem Vorstand vorgestellt. Die auf diese Weise identifizierten und bewerteten Chancen und Risiken werden anschließend in einem Chancen- und Risikobericht zusammengefasst und an den Aufsichtsrat berichtet.

Unterjährige Änderungen in der Risikosituation der einzelnen GfK-Gesellschaften werden über die monatliche Risikoberichterstattung innerhalb der regulären Finanzberichterstattung oder über die Ad-hoc-Berichterstattung erfasst und auf Vorstandsebene berichtet. Jede GfK-Gesellschaft ist verpflichtet, neu auftretende Risiken und Änderungen bei existierenden wesentlichen Risiken monatlich zu melden. Haben unterjährig neu auftretende Risiken ein signifikantes potenzielles Schadensausmaß, welches das Anstoßen von Maßnahmen auf Gruppenebene erfordert, muss das Risikomanagement-Komitee unmittelbar informiert werden.

11.2 Bewertung der Chancen- und Risikosituation

Aufgrund der unternehmerischen Geschäftstätigkeit muss GfK bewusst bestimmte Risiken eingehen, um Chancen zu nutzen und erfolgreich am Markt bestehen zu können. Dabei wird ein breites Spektrum an Chancen- und Risikofeldern tangiert. Die Chancen- und Risikobewertung bezieht sich auf die Evaluierung nach Implementierung geeigneter Gegenmaßnahmen.

Makroökonomische Risiken

Konjunkturelle Risiken: Sollte das Weltwirtschaftswachstum im laufenden Geschäftsjahr deutlich unter die Werte aus der aktuellen Prognose des Internationalen Währungsfonds (IWF) fallen oder die Stabilität einzelner wichtiger Währungen für die Weltwirtschaft gefährdet sein, sind hieraus auch Konsequenzen für das Geschäft von GfK zu erwarten. Die GfK Gruppe ist global aufgestellt und weist einen sehr hohen geografischen Diversifizierungsgrad aus. Hierdurch wird erwartet, einer Abkühlung der Wirtschaftsentwicklung einzelner Länder angemessen begegnen zu können. Die weitere Entwicklung innovativer Produkte und Services, die Fokussierung auf Kundenbeziehungen sowie eingeleitete Restrukturierungs- und Kostensenkungsmaßnahmen und ein verbessertes Risikobewusstsein werden zur Risikominimierung beitragen. Risikobewertung nach Gegenmaßnahmen: Eintrittswahrscheinlichkeit wahrscheinlich, potenzielles Schadensausmaß sehr hoch I.

Strategische Risiken

Risiken im Zusammenhang mit Portfoliobewertung: Die Werthaltigkeit von Akquisitionen und der daraus resultierenden Vermögenswerte ist abhängig von der Profitabilität der Zahlungsmittel generierenden Einheiten (Cash Generating Units). Bei Abweichungen der laufenden Entwicklung von den Erwartungen im Geschäft der akquirierten Konzernunternehmen oder bei geringeren als den prognostizierten Wachstumsraten kann sich ein Wertminderungsrisiko ergeben. Zur Bewertung werden unter anderem Budgetwerte aus der internen Konzernberichterstattung herangezogen. Risiken aus der Eintrittswahrscheinlichkeit und veränderte Marktumstände können dazu führen, dass ein Wertminderungsaufwand ergebniswirksam erfasst werden muss, der jedoch nicht zahlungswirksam ist. Gegenmaßnahmen wie strikte Überwachung und Steuerung der Budgeteinhaltung sowie unterjährige Sensitivitätsanalysen ermöglichen es, dieses Risiko zu überwachen. Auf Basis des Halbjahresergebnisses sowie unter Berücksichtigung der zukünftigen Wachstumsraten wurden bereits zum Halbjahresabschluss Firmenwertabschreibungen vorgenommen. Durch diese Maßnahme wurde das Risiko im Vergleich zum Vorjahr mit einer unveränderten Risikobewertung ausgewiesen. Risikobewertung nach Gegenmaßnahmen: Eintrittswahrscheinlichkeit eher unwahrscheinlich, potenzielles Schadensausmaß sehr hoch III.

Risiken durch rufschädigende Ereignisse: Für einen der größten Marktforscher weltweit ist das Vertrauen unserer Kunden und anderer externer Stakeholder von herausragender Bedeutung. Unser Verhalten als Lieferant, Kunde und Arbeitgeber sollte stets einwandfrei und in Einklang mit unserem selbst auferlegten Verhaltenskodex sein. Sollten Ereignisse, wie etwa Verstöße einzelner GfK-Mitarbeiter gegen Gesetze und Richtlinien oder andere öffentlichkeitswirksame Vorgänge, eintreten und bekannt werden, so ziehen sie nicht nur direkte Vermögensschäden für GfK nach sich. Rufschädigungen können weitreichende Folgen für die globale Geschäftstätigkeit haben, selbst wenn das Fehlverhalten sich nur auf einen isolierten Sachverhalt oder eine bestimmte Region beziehen sollte. Deshalb wurde dieses Risiko im abgelaufenen Geschäftsjahr erstmals als Einzelrisiko aufgenommen. Allgemeine Gegenmaßnahmen zur Sensibilisierung der Mitarbeiter für Compliance-Themen werden im entsprechenden Abschnitt erläutert. Kann durch diese Maßnahmen der Eintritt eines rufschädigenden Ereignisses nicht verhindert werden, so wird das Schadensausmaß durch zeitnahe weitere Maßnahmen reduziert, etwa durch Ausweitung der Kommunikation mit betroffenen Kunden, durch zügige Abwicklung möglicher Rechtsstreitigkeiten und, sofern nötig, durch Einbezug externer Spezialisten. Risikobewertung nach Gegenmaßnahmen: Eintrittswahrscheinlichkeit eher unwahrscheinlich, potenzielles Schadensausmaß gering.

Risiken im Zusammenhang mit Portfolioaktivitäten: Der Erfolg von GfK hängt von der Erreichung seiner strategischen Ziele ab. Hierfür werden neben Akquisitionen auch Restrukturierungen sowie Desinvestitionen zur Optimierung des Konzernportfolios betrachtet. Risiken, die bei den Projekten zur Erreichung der strategischen Ziele entstehen können, sind vielfältig. Neben Risiken aus dem Bereich der Integration können sich auch finanzielle Risiken ergeben, wenn möglicherweise erwartete Erlöse aus den der Akquisition zugrunde liegenden Businessplänen nicht realisiert werden. Die Erreichung der strategischen Ziele kann auch durch weitere finanzielle Bindung in dem verkauften Business, zum Beispiel durch Eigentumsrechte, Garantien, Haftungsfreistellung oder sonstige finanzielle Verpflichtungen, gefährdet werden. Aufgrund des erfahrenen Corporate-Development- und Legal-Teams innerhalb von GfK und des Einbezugs externer Spezialisten kann möglichen Risiken frühzeitig begegnet und können geeignete Maßnahmen getroffen werden. Zu den Maßnahmen gehören vor allem umfangreiche Due-Diligence-Prozesse, die Post-Merger-Integration und die Überwachung von Schwellenwerten, sowohl bei Akquisitionen als auch bei Desinvestitionen. Gegenüber dem Vorjahr bleibt daher das Schadensausmaß stabil. Risikobewertung nach Gegenmaßnahmen: Eintrittswahrscheinlichkeit wahrscheinlich, potenzielles Schadensausmaß gering.

Finanzielle Risiken

Liquiditätsrisiken: Die Liquiditätsrisiken für die GfK Gruppe bestehen darin, dass sie möglicherweise ihren finanziellen Verpflichtungen, zum Beispiel der Tilgung von Finanzschulden oder den laufenden Kapitalerfordernissen der operativen Geschäftstätigkeit, nicht nachkommen kann. Liquide Mittel in Höhe von 174 Millionen Euro, zum Bilanzstichtag freie Kreditlinien in Höhe von 282 Millionen Euro und eine ausgewogene Fälligkeitenstruktur der Darlehen minimieren das Liquiditätsrisiko (siehe Abschnitt 27 im Anhang: Verzinsliche Finanzverbindlichkeiten). Die zum Bilanzstichtag ungenutzte syndizierte Kreditlinie und eine Nebenkreditlinie über 200 Millionen Euro wurden bis 2021 vorzeitig prolongiert. Die in der syndizierten Kreditfazilität und in den Schuldscheindarlehen vereinbarten Covenants wurden für alle Berichtszeiträume im Jahr 2016 erfüllt. Zur Identifizierung und Minimierung möglicher Liquiditätsrisiken wurde bereits im Vorjahr von Group Treasury ein konzernweites Kontrahentenrisikomanagement eingeführt und die währungsdifferenzierte Liquiditätsplanung wesentlich optimiert.

Finanzwirtschaftliche Risiken: Eine Refinanzierung am Kapitalmarkt stellt für die GfK SE eine sehr wichtige Maßnahme dar, die jedoch auch risikoträchtig ist. Die Gesellschaft hält sich an die Vorschriften zum Insiderhandelsverbot sowie an diverse Anzeige- und Mitteilungspflichten, um einen generellen Reputationsverlust und damit eine mögliche Beeinträchtigung des Börsenkurses zu vermeiden. Dies beinhaltet auch eine effiziente, an Investoren- und Analysteninteressen ausgerichtete Kommunikation mit dem Ziel, das Vertrauen von Investoren, insbesondere durch dauerhafte Transparenz, zu fördern. Daneben wird das Risiko der Abhängigkeit (Refinanzierungsrisiko) von einer Investorengruppe durch Diversifikation der Finanzierungsinstrumente minimiert. Außerdem wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr Kreditverträge zu verbesserten Konditionen ausgehandelt. Der Investorenkreis der GfK Gruppe zum Stichtag 31. Dezember 2016 umfasst neben dem Mehrheitsaktionär eine Vielzahl von nationalen und internationalen Banken (Bankensyndikat) sowie eine Vielzahl von Schuldscheininvestoren, die nicht nur dem Bankensektor zuzuordnen sind (zum Beispiel Versicherungen, Pensionskassen).

Zinsrisiken: Zinsrisiken entstehen in der GfK Gruppe hauptsächlich bei Finanzverbindlichkeiten. Zum Bilanzstichtag hat die GfK SE Bankverbindlichkeiten in Höhe von 449 Millionen Euro, wovon 301 Millionen Euro festverzinslich und 148 Millionen Euro variabel verzinslich sind. Von den variabel verzinslichen Finanzverbindlichkeiten wurden 15 Millionen Euro durch einen Zinsswap gesichert. Daneben wurde im Jahr 2014 ein Cross-Currency Interest Rate Swap abgeschlossen, um die Zins- und Währungsrisiken eines konzerninternen Fremdwährungsdarlehens in US-Dollar abzusichern.

Die kombinierte Risikobewertung der oben genannten Risiken nach den beschriebenen Maßnahmen ist gegenüber dem Vorjahr hinsichtlich des Schadensausmaßes unverändert: Eintrittswahrscheinlichkeit ist leicht auf eher unwahrscheinlich gestiegen, potenzielles Schadensausmaß mittel.

Währungsrisiken: Die GfK Gruppe ist als global agierender Konzern Währungsrisiken ausgesetzt. Im Gegensatz zum Vorjahr wurden die beiden Währungsrisiken/-chancen (translatorisch/transaktionsbezogen) zusammen beurteilt.

Das translatorische Risiko bzw. die translatorische Chance resultiert aus der Umrechnung von Bilanz sowie Gewinn- und Verlustrechnung der GfK-Gesellschaften außerhalb des Euro-Währungsraums in die Berichtswährung Euro der GfK Gruppe. Translationseffekte werden nicht abgesichert und im sonstigen Ergebnis des Konzernabschlusses ausgewiesen. Beteiligungsbuchwerte werden derzeit nur in geringem Umfang durch sogenannte Natural Hedges abgesichert. Um in der Gewinn- und Verlustrechnung die Volatilität aus der Stichtagsbewertung der Fremdwährungsverbindlichkeiten und -forderungen zu begrenzen, wendet GfK für sie, wenn möglich, das Hedge Accounting nach den einschlägigen Vorschriften an.

Das transaktionsbezogene Risiko entsteht aus dem Absatz und dem Erwerb von Gütern und Dienstleistungen, die nicht in der Heimatwährung der jeweiligen GfK-Gesellschaft abgerechnet werden. Da aufgrund des hohen lokalen Wertschöpfungsanteils bei allen operativ tätigen GfK-Gesellschaften den Einnahmen in lokaler Währung zum größten Teil auch Ausgaben in derselben Währung gegenüberstehen, ist das operative Fremdwährungsrisiko in der GfK Gruppe begrenzt. Jedoch können Währungseffekte aufgrund von internen Weiterverrechnungen von internationalen Verträgen entstehen, die nur zum Teil abgesichert werden. GfK realisiert die konzerninterne Finanzierung in der Regel in der Heimatwährung der Tochtergesellschaft. Die daraus entstehenden Währungsrisiken werden durch Treasury zum Teil, wenn ökonomisch sinnvoll, mithilfe von Finanzinstrumenten zentral gesichert. Die sich kompensierenden Effekte des Grundgeschäfts und der Währungssicherung werden ergebniswirksam gebucht.

Die Risikobewertung nach Gegenmaßnahmen ist für das gesamte Währungskursrisiko im Vergleich zum Vorjahr unverändert: Eintrittswahrscheinlichkeit wahrscheinlich, potenzielles Schadensausmaß mittel.

Steuerliche Risiken: Naturgemäß ergeben sich aus der konzerninternen Leistungsverrechnung und neuen Geschäftsmodellen in einem internationalen Konzern steuerliche Prüfungsrisiken. Eine Konzernrichtlinie stellt die Basis für eine sachgerechte Verrechnungspreisbildung und Dokumentation aller relevanten Geschäftsvorfälle in den jeweiligen Ländern dar. Weitere Maßnahmen waren die Weiterentwicklung einer Tax-Compliance-Organisation mit Etablierung von Prozessen und Kontrollen. Die Eintrittswahrscheinlichkeit hat sich gegenüber dem Vorjahr leicht erhöht, insbesondere weil auch die Prüfungsintensität lokaler Finanzbehörden unter anderem vor dem Hintergrund der Maßnahmen gegen internationale Steuervermeidung der OECD (BEPS – Base Erosion Profit Shifting Project), zugenommen hat. GfK reagiert hierauf mit einer stärkeren Einbindung in lokale Betriebsprüfungen und einer regelmäßigen Überprüfung der Geschäftsmodelle. Risikobewertung nach Gegenmaßnahmen: Eintrittswahrscheinlichkeit eher unwahrscheinlich, potenzielles Schadensausmaß mittel.

Operative Risiken

Risiken im Zusammenhang mit Produktgruppen: Auch das abgelaufene Geschäftsjahr stand unter dem Ziel, das Geschäft im Media-Measurement-Bereich zur Messung von Reichweiten bei TV, Radio, Printmedien sowie crossmedial weiter auszubauen. Media Measurement bietet mithilfe neuartiger Technologien Informationsservices zu Reichweiten, Intensität und Art der Nutzung von Medien und Medienangeboten, umfassende Einblicke in den Medienkonsum eines dynamisch geprägten Medienmarkts und Informationen zu ihrer Akzeptanz in verschiedenen Ländern. Jedes neue, im Aufbau eines Media-Measurement-Systems befindliche Land bringt andere technische Voraussetzungen und Anforderungen mit. Zudem ist die wirtschaftliche und politische Entwicklung in einigen Regionen nur schwer vorhersehbar. Die TV-Messung in Singapur wurde erfolgreich eingeführt, in Marokko hingegen wurde der Vertrag seitens GfK gekündigt.

In Brasilien und im Königreich Saudi-Arabien wurden die qualitativen Ziele bei der Erhebung durch striktes Projekt- und Ressourcenmanagement im Laufe von 2016, und damit mit erheblicher Verspätung, erreicht. Der längere Aufbau und die hohen Qualitätsansprüche führten zu einer Verspätung in der Vermarktung. In Brasilien wurde ein syndizierter Ansatz gewählt, das heißt die Weitervermarktung der Daten obliegt GfK selbst. Im Königreich Saudi-Arabien hingegen liegt ein exklusives Panel vor, hier entscheidet der Kunde über die Weitervermarktung. Aufgrund der höheren Investitionen und der längeren Aufbauphase – sowohl in Brasilien als auch im Königreich Saudi-Arabien – wurde das Risiko im Vergleich zum Vorjahr wesentlich höher eingeschätzt. Diese Tatsache wurde entsprechend in den Büchern erfasst. Im Brasilien-Projekt werden seit März 2016 keine Umsätze mehr gebucht und es wurden entsprechende Rückstellungen gebildet. Für das Königreich Saudi-Arabien haben wir eine entsprechende Bewertung des Panels vorgenommen. In beiden Fällen laufen aktuell die Verhandlungen über eine Vertragsanpassung mit den bestehenden Kunden. Zudem wird der Schwerpunkt auf einer erfolgreichen Vermarktung und Gewinnung von Neukunden in Brasilien liegen. Der potenzielle Schaden, wenn die Projekte gestoppt würden, wäre für das Projekt in Brasilien sehr hoch III und für das Projekt im Königreich Saudi-Arabien sehr hoch I. Die Eintrittswahrscheinlichkeit hat sich gegenüber dem Vorjahr auf wahrscheinlich erhöht.

Risiken in Zusammenhang mit sektorübergreifenden Initiativen: Der Erfolg neuer, sektorübergreifender Initiativen, beispielsweise einer Erweiterung des digitalen Produkt- und Serviceportfolios, ist abhängig von einer erfolgreichen Zusammenarbeit auf Sektor- und Regionenebene sowie dem effizienten Austausch und der richtigen Zusammensetzung von Kompetenzen innerhalb der GfK Gruppe. Dadurch verspricht sich der Konzern Synergieeffekte bei gleichzeitiger Ausweitung der globalen Kooperation innerhalb des GfK-Netzwerks. Dies beinhaltet auch die Einführung sektorübergreifender Produkte in den Regionen. Risiken können hier durch die Nichterreichung gesetzter finanzieller und terminlicher Ziele, die nicht geeignete Zusammensetzung der Kompetenzen innerhalb von GfK oder aufgrund nicht beeinflussbarer technischer Rahmenbedingungen wie der Abhängigkeit von Drittsystemen bei der Datenerhebung entstehen. Um dem Risiko, die genannten Potenziale und gesetzten Ziele nicht in vollem Umfang generieren zu können, zu begegnen, wurden weiterhin Maßnahmen zur Risikovermeidung bzw. -minimierung ergriffen. Beispielsweise wurde die erfolgreiche Zusammenarbeit des sektorübergreifend entwickelten Produkts GfK Crossmedia Link weiter vorangetrieben. Es ist Maßstab für weitere Projekte und Services. GfK Crossmedia Link ist eine Plattform, die auf Basis eines globalen Single-Source Panels Datenerweiterung – interne wie auch externe Daten – ermöglicht, um zukünftigen Anforderungen der Werbeindustrie gerecht zu werden. Unter anderem wird das Verbraucherverhalten über verschiedene Medien wie TV, PC, Tablet oder Smartphone gemessen und um Information zum Konsumverhalten erweitert. Während die Eintrittswahrscheinlichkeit weiterhin als eher unwahrscheinlich eingestuft wird, hat sich das potenzielle Schadensausmaß gegenüber dem Vorjahr auf sehr hoch I erhöht.

Risiken im Zusammenhang mit der Durchführung von Projekten: Auch im abgelaufenen Geschäftsjahr hat GfK eine Vielzahl unterschiedlicher Initiativen und Projekte gestartet, um den Kunden noch bessere und aktuellere Services bieten zu können. Bei diesen Kundenprojekten, wie auch bei internen Entwicklungsprojekten können sich im Projektverlauf immer Risiken realisieren oder Herausforderungen in Bezug auf Zeit, Budget oder Qualität entstehen. GfK begegnet dem durch die Umsetzung globaler Projektmanagement-Standards, die durch ein Globales Project Management Office (PMO) begleitet werden. Aufgrund der Vielzahl neu anlaufender Projekte hat GfK dieses Risiko 2016 erstmals als bedeutsames Einzelrisiko identifiziert. Die Eintrittswahrscheinlichkeit eines Schadens nach Gegenmaßnahmen ist eher unwahrscheinlich, das Schadensausmaß wird als sehr hoch I eingestuft.

Geschwindigkeit und Erfolg bei Innovationen: GfK sieht neben spezifischen Projektrisiken ein allgemeines Risiko, bei bestehenden Produkten nicht rechtzeitig auf Marktanforderungen reagieren oder diese Anforderungen nicht rechtzeitig erfüllen zu können. Dies würde den Erfolg der Produkte auf dem Markt gefährden. Auch hier arbeitet GfK kontinuierlich an einer noch größeren Nähe zu bestehenden und potenziellen Kunden, um ihre Bedürfnisse besser verstehen und darauf noch schneller reagieren zu können. Die internen Prozesse und Plattformen zur Datenverarbeitung werden permanent evaluiert und wenn nötig verbessert. Hierfür steht bei GfK jährlich ein erhebliches Investitionsvolumen zur Verfügung. Das Risiko ist durch sich verändernde Marktsituationen von immer größerer Bedeutung für GfK und wurde deshalb neu in den Risikokatalog aufgenommen. Eintrittswahrscheinlichkeit wahrscheinlich, Schadensausmaß sehr hoch I.

Datenbeschaffungsrisiken: Damit GfK seinen Kunden weltweit wichtige Erkenntnisse über lokale Märkte in über 100 Ländern liefern kann, erhebt GfK kontinuierlich von Groß- und Einzelhandelsunternehmen sowie von Panel- und Stichprobenteilnehmern Daten zu deren Absatzentwicklung und Kaufentscheidungen sowie zur Radio- und Fernsehnutzung. Unverändert gegenüber dem Vorjahr sieht GfK ein immanentes Risiko darin, dass diese Datenlieferanten unter anderem aufgrund von datenschutzrechtlichen Bedenken nicht mehr bereit sind, Daten zur Verfügung zu stellen, und es GfK nicht möglich ist, sie adäquat zu ersetzen. Durch die Nutzung alternativer Rekrutierungskanäle (zum Beispiel durch die Kooperation mit Agenturen zur Felderhebung), eine ständige Optimierung in Bezug auf die Rekrutierung der Panelteilnehmer und die Erforschung neuer Techniken zur Datenerhebung wurden entsprechende Notfallkonzepte entwickelt. Gegenüber dem Vorjahr sieht GfK – trotz der eingeleiteten Maßnahmen – das Risiko hinsichtlich des Schadensausmaßes als gestiegen an, wohingegen die Eintrittswahrscheinlichkeit unverändert bleibt. Risikobewertung nach Gegenmaßnahmen: Eintrittswahrscheinlichkeit eher unwahrscheinlich, potenzielles Schadensausmaß sehr hoch I.

Netzwerk- und Datensicherheitsrisiken: GfK verarbeitet Daten und Informationen innerhalb des GfK-Netzwerks, die von Interesse für Dritte mit kriminellen Absichten sein könnten. Analog zum Vorjahr wurden auch im abgelaufenen Geschäftsjahr Maßnahmen zum Erhalt, zur Verbesserung und zum Schutz der Informationssysteme und der in ihnen gespeicherten Daten höchste Priorität eingeräumt. Dazu zählen die kontinuierliche Weiterentwicklung des bestehenden Information Security Management System (ISMS), das auf ISO 27001 basiert, ein sorgfältiges Design der IT-Systemarchitekturen, ein konsequentes Risikomanagement, reguläre Tests und die automatische Überwachung von Applikationen und Systemen, um Angriffe frühzeitig erkennen zu können und größtmögliche Daten- und Betriebssicherheit zu erzielen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurde insbesondere die Aufklärung der Mitarbeiter über den Umgang mit Schutzverfahren und zur Erkennung von Risiken verstärkt.

Die am 25. Mai 2018 in Kraft tretende neue EU-Datenschutz-Grundverordnung (EU-DSGVO/GDPR) stellt besondere Anforderungen an den Schutz personenbezogener Daten und erfordert umfangreiche Maßnahmen zur Anpassung der bestehenden IT-Systeme sowie die Einführung geeigneter organisatorischer Regelungen. Ein Projekt zur Implementierung geeigneter Lösungen ist aufgesetzt und wird auf Konzernebene geführt.

Kontinuität der IT-Systeme: Risiken für die Kontinuität der IT-Systeme und einen damit verbundenen Umsatzausfall bestehen durch Betriebsstörungen infolge von Hardware- oder Software-Fehlern in den technischen Basissystemen oder Anwendungen, durch Systemüberlastung, durch Cyber-Angriffe, durch Katastropheneinwirkungen (Feuer, Wasser, Anschläge etc.) und durch nicht wiederherstellbare Datenverluste nach entsprechenden Störungen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden zahlreiche Maßnahmen erfolgreich abgeschlossen, um die genannten Risiken zu minimieren. In den zentralen Anwendungen wurden technische Konsolidierungen durchgeführt, um die Systemkomplexität zu reduzieren, zahlreiche Systemkomponenten erneuert, Systemkapazitäten erweitert und zu große Vernetzungen zwischen Systemen aufgelöst, um unerwünschte Abhängigkeiten und Seiteneffekte im Systembetrieb zu reduzieren. Der Schutz vor Cyber-Angriffen wurde verstärkt, insbesondere gegenüber DoS/DDoS-Attacken, zudem wurden die Tests auf Verwundbarkeit (Penetration, Vulnerability) ausgeweitet. Ein Projekt wurde gestartet mit dem Ziel, die verteilten Standorte des Rechenzentrums in Zentral-Europa an einem neuen Standort zusammenzufassen, der aus einer Primär- und einer Ausfallkomponente bestehen wird, um auch den Schutz vor Katastropheneinwirkungen zu verbessern.

Darüber hinaus wurde ein langjähriges Programm erfolgreich abgeschlossen, mit dem ein einheitliches modernes Back-up-System weltweit eingeführt wurde, das nicht zeitgemäße, regional individuelle Lösungen ablöst. Neben der Schaffung einer solideren technischen Grundlage wurde damit auch die Sicherheit in der organisatorischen Durchführung von Back-up- und Restore-Prozessen deutlich erhöht. Damit wurde das Risiko, dass Daten nach Verarbeitungsfehlern oder Betriebsstörungen nicht wieder hergestellt werden können, reduziert. Aufgrund der vorgenannten Maßnahmen wird das Risiko im Schadensausmaß geringer eingestuft. Eintrittswahrscheinlichkeit eher unwahrscheinlich, Schadensausmaß sehr hoch I.

Anpassung des Kompetenzportfolios: Digitalisierung und Globalisierung bringen einen Wandel und neue Herausforderungen in der Marktforschungsbranche mit sich. Um darauf adäquat zu reagieren und optimalen Nutzen für sich zu ziehen, muss GfK umfassend Kompetenzen bei den Mitarbeitern auf- und ausbauen. Auch ist eine entsprechende erfolgreiche Anpassung der zugrunde liegenden organisatorischen Struktur, insbesondere in Führungsfunktionen, nötig. Dem Risiko begegnet die GfK Gruppe, indem global integrierte Mitarbeiterstrategien definiert und umgesetzt werden. Durch kontinuierliche Weiterbildungs- und Qualifizierungsangebote werden Kompetenzen der Mitarbeiter laufend an den technologischen Fortschritt angepasst und die Mitarbeiter mit Innovationen vertraut gemacht. Dabei wird insbesondere auch Wert darauf gelegt, die richtigen Talente für verschiedenste neue Portfolioeinsatzbereiche zu identifizieren, zu gewinnen und sie entsprechend zu fördern. Es werden attraktive Karrierepfade angeboten, und das Qualifizierungs- und Weiterbildungsangebot wird stetig ausgebaut. Sollten jedoch Talente nicht in ausreichendem Maß für GfK rekrutierbar sein, kann auch das Eingehen von Partnerschaften oder die Zusammenarbeit mit externen Dienstleistern in Erwägung gezogen werden, um dem Risiko entsprechend zu begegnen. Die Risikobewertung nach Gegenmaßnahmen ist im Vergleich zum Vorjahr leicht angestiegen: Eintrittswahrscheinlichkeit eher unwahrscheinlich, potenzielles Schadensausmaß hoch.

Datenqualitätsrisiken: GfK verfügt über langjährige Erfahrung im Erheben und Auswerten von Daten. Mithilfe innovativer Technologien und wissenschaftlicher Verfahren generiert GfK aus großen Datenmengen intelligente Informationen, um ihren Kunden zuverlässige und relevante Markt- und Verbraucherinformationen zur Verfügung zu stellen. Dabei wertet GfK zum einen Daten aus einem der weltweit größten Händlernetzwerke aus, zum anderen werden die Ergebnisse aus Ad-hoc-Studien und Verbraucherpanels analysiert. Gewisse Restrisiken hinsichtlich der Datenqualität – durch technische oder menschliche Fehler – insbesondere bei der Datenbeschaffung, der Datenverarbeitung wie auch bei der Auswertung und Analyse von Daten können trotz größter Sorgfalt nicht vollständig ausgeschlossen werden. Ursächlich hierfür können Systemfehler, Prozessänderungen oder bestimmte Datenkonstellationen sein, die zu falschen Informations- und Beratungsservices führen würden. Vorbeugend werden daher systemrelevante Check-Algorithmen angewendet und automatische Qualitätskontrollen durchgeführt sowie die laufenden Qualitätsmaßnahmen und Auditierungsprozesse ständig verbessert. Des Weiteren werden Qualitätschecks bei Lieferanten durchgeführt sowie die regionalen Coding Hubs weiter ausgebaut. Auch durch Trainings sowie Verbesserungen in der Beschaffung wird dem Risiko proaktiv begegnet. Risikobewertung nach Gegenmaßnahmen: Eintrittswahrscheinlichkeit eher unwahrscheinlich, potenzielles Schadensausmaß mittel. Keine Veränderungen im Vergleich zum Vorjahr.

Risiko des Leerstands von Gebäuden: Die GfK Gruppe besitzt Bürogebäude an unterschiedlichen Standorten, die so weit wie möglich zusammengeführt werden. Dadurch wird die Kooperation zwischen den Abteilungen gefördert und die Arbeitsumgebung attraktiver gestaltet. Das Risiko wurde 2016 neu aufgenommen und beinhaltet die Möglichkeit eines Leerstandes oder einer doppelten Mietverpflichtung. Eine enge Zusammenarbeit und vertragliche Regelungen mit den Projektpartnern reduzieren das Risiko auf eher unwahrscheinlich, das Schadensausmaß wird als gering eingestuft.

Marktrisiken

Wettbewerbsrisiken: Hierunter ist eine weitere Zunahme des Wettbewerbs in der Marktforschungsbranche zu verstehen. Sie wird durch eine vereinfachte Handhabung großer Datenmengen sowie durch eine leichtere und schnellere Datenbeschaffung hervorgerufen. Zudem wird dies durch den Eintritt lokaler Marktforschungsunternehmen und einzelner spezialisierter Nischenanbieter sowie einen gestiegenen Preisdruck verstärkt. Darüber hinaus gibt es einen anhaltenden Wettbewerb um die Marktforschungsbudgets von weltweit agierenden Großkonzernen. GfK hat sich als hochwertiges, mit einheitlichen Methoden global agierendes Marktforschungsunternehmen positioniert. GfK sieht so die Möglichkeit, durch die Nutzung eines globalen Netzwerks und den weiteren Ausbau von zukunftsorientierten Innovationsprojekten den Kunden einen sehr hohen Mehrwert zu bieten und sich dadurch gegenüber seinen Konkurrenten klar und erfolgreich zu differenzieren. Eine weitere Verbesserung in der Visualisierung der Daten sowie im Ausbau des Vertragsmanagements hin zu Rahmenverträgen ermöglicht es GfK, dem Risiko aktiv zu begegnen.

Risiken durch den technologischen Fortschritt: Die zunehmende Digitalisierung, die Verbreitung des mobilen Internets und die Konvergenz von Anwendungsgeräten sorgen bei den Verbrauchern für veränderte Verhaltensweisen. Kaufentscheidungen werden vermehrt aufgrund der Nutzung von mobilen Medien oder sozialen Netzwerken getroffen. Nach wie vor müssen Unternehmen ihre Kunden verstehen, und neue Methoden und Technologien müssen entwickelt werden, um Marktforschungsdaten im digitalen Zeitalter zu erheben. Risiken entstehen dadurch, dass die technische Umsetzung entsprechender Produkte sowohl kostenseitig als auch den veränderten Marktbedingungen entsprechend nicht adäquat möglich ist. Mögliche Risiken solcher Projekte werden durch eine regelmäßige Berichterstattung und ein aktives Projektmanagement überwacht. Des Weiteren werden Mitarbeiter in Projektmanagement-/Verhandlungstrainings geschult, um den Kunden von GfK eine zuverlässige und hochwertige Beratung im Hinblick auf innovative Produkt- und Serviceneuheiten sowie Marktforschungsmethoden anbieten zu können.

Risiken im Zusammenhang mit dem Produkt- und Serviceportfolio: Ein globales Produkt- und Serviceportfolio birgt für GfK das Risiko, die gestiegenen Bedürfnisse hinsichtlich des Beratungs- und Verkaufsangebots nicht in ausreichendem Maß mit der richtigen „Commercial Excellence“ zu besetzen, die Marketingkampagnen nicht zielführend einzusetzen oder keine passenden Standardprodukte anbieten zu können, um seinen Kunden eine umfassende und optimale Entscheidungsgrundlage zu bieten. Hierbei ist es für GfK von großer Bedeutung, die Aufgaben innerhalb der Beratungsprojekte zu bündeln und eine gezielte Verkaufsabwicklung strategisch zu fokussieren. In diesem Zusammenhang werden die Mitarbeiter fortwährend in Bezug auf Neuerungen im Produkt- und Serviceportfolio geschult, um ihre Kompetenzen auszubauen. Durch eine Verbesserung im Rahmen der Absatzplanung können Produktmarkteinführungsprojekte transparent gesteuert und überwacht werden, um auf etwaige Verzögerungen rechtzeitig reagieren zu können. Auch die Bündelung von Aufgaben in den globalen Kompetenzzentren gehört hierzu.

Das kombinierte Marktrisiko hat sich im vergangenen Geschäftsjahr verstärkt und wird von GfK deshalb in Bezug auf die Eintrittswahrscheinlichkeit als wahrscheinlich eingeschätzt, das Schadensausmaß trotz intensiver Gegenmaßnahmen als sehr hoch II.

Risiken im Zusammenhang mit der Absatzmarktkonsolidierung: Mit einem nahezu gleichbleibenden Anteil der zehn größten Kunden am Konzernumsatz von rund 15 Prozent ist die Abhängigkeit von GfK von einzelnen Großkunden auf Gruppenebene weiterhin vergleichsweise gering. Jedoch besteht diese Abhängigkeit in einigen Ländern. Zusätzlich ist mit einem weiteren Konsolidierungsprozess auf Kundenseite zu rechnen, wodurch einzelne Marktforschungsbudgets zusammengeführt und in Summe gekürzt werden können. Daneben sehen sich einige Kunden aufgrund der gegenwärtig von Unsicherheit geprägten makroökonomischen Rahmenbedingungen in wesentlichen Exportmärkten dazu gezwungen, Kosteneinsparungsprogramme umzusetzen und Marktforschungsbudgets zu kürzen. Um diesem Risiko zu begegnen, hat GfK im abgelaufenen Geschäftsjahr die One-Industry-Organisation errichtet mit dem Ziel, Wachstumschancen intensiver zu nutzen, neue Zielgruppen zu erschließen und einen produktübergreifenden Ausbau bestehender Geschäftsbeziehungen mit strategischen Kunden voranzutreiben. Zusätzlich begegnet GfK diesem Risiko mit einem auf die Bedürfnisse der Kunden zugeschnittenen Produkt- und Serviceportfolio, um die Wettbewerbsfähigkeit der Kunden von GfK zu steigern. Das Risiko wurde mit einem höheren Schadensausmaß gegenüber dem Vorjahr bewertet. Risikobewertung nach Gegenmaßnahmen: Eintrittswahrscheinlichkeit wahrscheinlich, potenzielles Schadensausmaß sehr hoch II.

Legal- und Compliance-Risiken

Rechtliche Risiken im Zusammenhang mit Vertragsstrafen sowie Haftungsbegrenzungen: Dieses Risiko beinhaltet die nicht vertragsgemäße Erfüllung von Kundenverträgen, daraus resultierende Vertragsstrafen (zum Beispiel im Fall von verspäteter Leistung) und Haftungen für Schäden des Kunden, die durch mangelhafte Leistung entstehen könnten (zum Beispiel fehlerhafte Erhebung von Daten und daraus resultierende falsche Einschätzung der Marktlage). Die Gründe hierfür können vielfältig sein. Eine Gegenmaßnahme ist zum Beispiel – sofern möglich – die Aushandlung von geringen Vertragsstrafen und von adäquaten Haftungsbegrenzungen in den jeweiligen Verträgen. Dies kann insbesondere durch die Verwendung von GfK-eigenen Vertragsvorlagen erleichtert werden. Eine interne Richtlinie regelt den internen Genehmigungsprozess vor Abschluss von signifikanten Kundenverträgen. Das Risiko nach Gegenmaßnahmen hat sich gegenüber dem Vorjahr nicht verändert: Eintrittswahrscheinlichkeit unwahrscheinlich, potenzielles Schadensausmaß sehr hoch III.

Rechtliche Risiken im Zusammenhang mit dem Datenschutz: Insbesondere wegen Inkonsistenzen in den gesetzlichen Anforderungen in einigen Ländern wie Russland und den USA (Safe Harbor bzw. Privacy Shield) sowie der neuen Europäischen Datenschutz-Grundverordnung, hat das Risiko aufgrund einer gestiegenen öffentlichen Wahrnehmung und Sensibilität hinsichtlich Datenschutz und Datensicherheit für GfK – wie im Vorjahr – höchste Priorität. Um das Bewusstsein hinsichtlich der Themen in Bezug auf Compliance und Datenschutz weiter auszubauen, ist im GfK-Intranet allen Mitarbeitern ein CEO-Webcast zugänglich, der zu diesen Themen den „Tone from the Top“ verdeutlicht. Auch im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden gezielt interne Schulungsmaßnahmen (zum Beispiel speziell für Führungskräfte, „New Joiners“, Healthcare etc.) durchgeführt und ein 2017 einzuführendes globales E-Learning-Modul vorbereitet. Weitere Maßnahmen sind die Prozessdefinition für die Anwendung von Cloud-Systemen, der kontinuierliche Ausbau der IT-Architektur und des Datenmanagements, die konsequente Überwachung rechtlicher Veränderungen und die Durchführung interner Audits. Ferner wird durch die Einführung globaler Projekte den Anforderungen neuer Rechtssituationen (Privacy Shield/Europäische Datenschutz Grundverordnung) Rechnung getragen. Ein gewisses Restrisiko möglicher Verletzungen ist jedoch nicht gänzlich auszuschließen. Gegenüber dem Vorjahr bleibt die Eintrittswahrscheinlichkeit stabil, wohingegen das Schadensausmaß gestiegen ist. Risikobewertung nach Gegenmaßnahmen: Eintrittswahrscheinlichkeit wahrscheinlich, potenzielles Schadensausmaß sehr hoch I.

Compliance-Risiken: Im Rahmen des implementierten Chancen- und Risikomanagementsystems sowie des internen Kontrollsystems wird fortlaufend überwacht, ob zusätzlich Risiken auftreten, die gegebenenfalls Gegenmaßnahmen erforderlich machen. Obwohl fest verankerte Unternehmensleitlinien (Code of Conduct, Corporate Values) und interne Richtlinien eingeführt sind, bleibt ein gewisses Restrisiko bestehen, dass einzelne GfK-Mitarbeiter diese Regelwerke missachten bzw. nicht vollständig umsetzen. Compliance-Risiken können sich aus Verstößen gegen Unternehmensrichtlinien und kriminellem Verhalten ergeben. GfK ist sich dieses Risikos bewusst und führt diverse Maßnahmen, beispielsweise kontinuierliche Mitarbeiterschulungen und regelmäßig stattfindende interne Audits, durch. Das für alle Mitarbeiter verpflichtende Online-Training mit Bezug auf den Code of Conduct wird um wesentliche Konzernrichtlinien erweitert. Zusätzlich unterstützt die Einführung neuer bzw. die Überprüfung und Anpassung laufender Prozesse die frühzeitige Identifikation von Compliance-Risiken. Durch erfolgreich implementierte Gegenmaßnahmen konnte das Risiko gegenüber dem Vorjahr in Bezug auf das Schadensausmaß gesenkt werden. Risikobewertung nach Gegenmaßnahmen: Eintrittswahrscheinlichkeit eher unwahrscheinlich, potenzielles Schadensausmaß mittel.

Drohende oder laufende Rechtsstreitigkeiten, insbesondere rechtliche Risiken im Zusammenhang mit Scheinselbstständigkeit von Freelancern und Interviewern: Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurde, wie im Vorjahr, das Thema „Scheinselbstständigkeit“ betrachtet. Hierunter ist das Risiko zu verstehen, dass für GfK tätige Interviewer und sonstige Freiberufler als abhängig Beschäftigte eingestuft werden müssen und dadurch zusätzliche Beschäftigungsnebenkosten entstehen. GfK setzt Freelancer zum Beispiel für die Ausführung von Interviews ein. Sozialversicherungsbehörden haben in den letzten Jahren verstärkt damit begonnen, Freelancer im Hinblick auf abhängige Beschäftigung zu überprüfen. GfK prüft Dienstverhältnisse kontinuierlich und achtet auf die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen. Zusätzlich werden bei neuen Projekten, in denen Freelancer eingesetzt werden, interne Prozesse und Verträge an den gesetzlichen Erfordernissen ausgerichtet, sodass möglicherweise sich ergebende steuer- und sozialversicherungspflichtige Risiken minimiert werden können und den jeweiligen Ländern mit ihren Sozialversicherungsgesetzgebungen entsprochen werden kann. Hinzu kommt auch die verstärkte Beauftragung von Serviceagenturen. Trotz der Implementierung von geeigneten Maßnahmen sieht GfK das Risiko gegenüber dem Vorjahr als leicht erhöht mit einer Eintrittswahrscheinlichkeit eher unwahrscheinlich und einem mittleren Schadensausmaß.

Identifizierte Geschäftsmöglichkeiten (Chancen): Innerhalb der GfK Gruppe wurden die nachfolgenden Chancen identifiziert. Die identifizierten Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklungen wurden kategorisiert und gruppiert. Abgeleitet aus dem möglichen Einfluss auf das Konzernergebnis (unter Berücksichtigung der Eintrittswahrscheinlichkeit), ergibt sich die Bedeutung der einzelnen Chancen und Risiken, eingeteilt in vier Klassen: niedrig, mittel, hoch und sehr hoch (I–III). Kategorisiert wurden die einzelnen Chancen und Risiken nach sechs verschiedenen Bereichen.

Chancen- und Risikoprofil der GfK-Gruppe

 

Makroökonomisches Umfeld

Chancen im Zusammenhang mit der konjunkturellen Entwicklung: GfK profitiert aufgrund der globalen Aufstellung und des sehr hohen Diversifizierungsgrads von positiven konjunkturellen Entwicklungen in den bedienten Märkten. Die zusätzlichen Geschäftsmöglichkeiten entstehen, sollte das Wirtschaftswachstum sich stärker entwickeln als erwartet, da hierdurch mit einer höheren Nachfrage gerechnet werden kann. Die Chancenbewertung ist gegenüber dem Vorjahr leicht rückläufig und knapp unterhalb eines mittleren positiven Chancenpotenzials.

Strategische Entwicklung

Chancen im Zusammenhang mit Portfoliomaßnahmen: Der Markt ist weiterhin geprägt durch eine zunehmende Digitalisierung und die damit einhergehende Veränderung des Kaufverhaltens der Verbraucher. Auch die schnellere Verfügbarkeit von Daten stellt die Marktforschungsbranche vor immer neue Herausforderungen. GfK entgegnet diesem Risiko unter anderem durch gezielte Akquisitionen. Durch eine mögliche Übererfüllung der den Akquisitionen zugrunde liegenden Businesspläne ergeben sich monetäre Chancen für GfK. Die Chancen werden vorsichtig mit einem geringen Potenzial bewertet.

Finanzielle Einflüsse

Währungsschwankungen– translatorische Chance: Als global agierender Konzern ist die GfK Gruppe Währungsschwankungen ausgesetzt. Durch das Aufwärtspotenzial der translatorischen Wechselkurseffekte ergibt sich für GfK eine mögliche Chance. Sie resultiert aus der Umrechnung von Bilanz sowie Gewinn- und Verlustrechnung der GfK-Gesellschaften außerhalb des Euro-Währungsraums in die Berichtswährung Euro der GfK Gruppe. Chancenbewertung: Geschäftsmöglichkeit mit einem mittleren positiven Chancenpotenzial.

Steueroptimierung: Auch weiterhin sieht GfK Steueroptimierungspotenziale, weshalb fortlaufend Möglichkeiten zur Verbesserung der steuerlichen Situation in einzelnen Ländern geprüft und umgesetzt werden. Die Prüfung der Möglichkeiten erfolgt über ein laufendes Monitoring des globalen und lokalen rechtlichen Umfelds unter Berücksichtigung der Verhältnisse bei GfK. Die Chancenbewertung hat sich gegenüber dem Vorjahr erhöht: Geschäftsmöglichkeit mit einem hohen positiven Chancenpotenzial.

Operative Entwicklung

Ausbau der Geschäftsposition und Erfolgspotenzial aus Projekten: GfK investiert erheblich in neue, digitale Technologien und neue Möglichkeiten, Daten miteinander zu verknüpfen und anzureichern. Mithilfe von neu entwickelten Methoden und Technologien können große Datenmengen aus unterschiedlichsten Quellen analysiert werden. Wie im Vorjahr sieht GfK auch weiterhin eine Chance darin, überzeugende Angebote und Dienstleistungen auf Basis einer umfassenden Innovationsoffensive anzubieten. Die sich bietenden künftigen Potenziale aus den neuen technischen Möglichkeiten sollen durch die kontinuierliche Ausweitung der Datenverarbeitungsprozesse am Markt und die Nutzung eines globalen Netzwerks konsequent genutzt werden, wodurch sich GfK gegenüber seinen Konkurrenten klar und erfolgreich differenzieren möchte und zudem die Kundenbindung verstärkt werden soll. Durch einen gezielten Ausbau des Geschäfts und einen schnelleren Roll-out von Produkten in vielversprechenden Wachstumsregionen sieht die GfK Gruppe unmittelbar eine Chance, die Geschäftsposition weiter auszubauen.

Geschwindigkeit und Erfolg bei Innovationen: Gesondert erfasst wurde im ablaufenden Geschäftsjahr erstmals das Risiko, nicht rechtzeitig auf geänderte Marktanforderungen mit entsprechenden Innovationen reagieren zu können. Eine der vielen Gegenmaßnahmen, die von GfK implementiert werden, ist die verstärkte Bündelung von Kompetenzen in globalen Service Centern. Hier bietet sich die Chance, vermehrt Expertise auszubauen, dadurch schneller, kostengünstiger und fexibler auf veränderte Anforderungen reagieren zu können und dabei eine stets herausragende Datenqualität zu gewährleisten.

Chancen im Zusammenhang mit der Datenbeschaffung: GfK liefert eine einzigartige Kombination aus Verbraucher-, Handels- und Mediadaten, die mithilfe wissenschaftlicher Verfahren und innovativer Technologien miteinander verknüpft werden. Um den Kunden diese Daten liefern zu können, werden kontinuierlich und weltweit wichtige Erkenntnisse über lokale Märkte in über 100 Ländern über deren Radio- und Fernsehnutzung und zu deren Absatzentwicklung und Kaufentscheidungen erhoben. GfK sieht durch die Nutzung alternativer Rekrutierungskanäle, eine ständige Optimierung in Bezug auf die Rekrutierung der Panelteilnehmer und die Erforschung neuer Technologien zur Datenerhebung die Möglichkeit, Kosten einzusparen.

Commercial Excellence in Bezug auf Datenqualität: Langjährige Erfahrung im Erheben und Auswerten von Daten macht GfK zu einem vertrauenswürdigen Lieferanten von zuverlässigen, relevanten und intelligenten Markt- und Verbraucherinformationen. Durch eine stetige Optimierung und Verbesserung der internen Prozesse zur Erhebung von zuverlässigen Daten sieht GfK die Möglichkeit, sich weiterhin als hochwertiges, global agierendes Marktforschungsunternehmen gegen die Wettbewerber erfolgreich durchzusetzen.

Chancen im Zusammenhang mit IT-Systemen: Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden zahlreiche Maßnahmen erfolgreich abgeschlossen, um die Kontinuität des Systembetriebs zu erhöhen. Dadurch konnte GfK nicht nur das IT-Ausfallrisiko erfolgreich minimieren, sondern es ergeben sich auch Chancen aus der verbesserten Infrastruktur. So wurde die Hauptstromversorgung optimiert, um eine noch bessere Verfügbarkeit zu gewährleisten. Zusätzliche Investitionen in Datenschutz und Datensicherheit stärken die Reputation des Unternehmens, und GfK kann so möglicherweise zusätzliche Aufträge gewinnen.

Durch die Anzahl der vielversprechenden Initiativen in beiden Sektoren wurde die Chancenbewertung im Vergleich zum Vorjahr erhöht: Geschäftsmöglichkeit mit einem sehr hohen positiven Chancenpotenzial.

Marktumfeld

Der technologische Aspekt der Datengewinnung und -verarbeitung gewinnt einen immer größeren Einfluss auf die Geschäftsprozesse und die Unternehmensstrategie. Durch die Nutzung und den Ausbau digitaler Methoden zur Datenerfassung sowie neu entwickelte Methoden zur Datenverarbeitung aus unterschiedlichen Datenquellen eröffnen sich weitere Möglichkeiten innerhalb der Marktforschungsbranche. Geringes positives Chancenpotenzial.

Legal- und Compliance-Bereich

Rechtliche und strategische Chancen: Durch zuverlässige und hochwertige Dienstleistungen hat sich GfK als global agierendes Marktforschungsunternehmen bei seinen Kunden und externen Stakeholdern positioniert. Grundvoraussetzung hierfür ist, dass die bei GfK gelebten Werte und Normen („Tone from the Top“) durch alle Mitarbeiter des GfK-Konzerns gelebt werden. Dies ist die Grundvoraussetzung für den Erfolg, um den notwendigen und weiterhin gewünschten Kulturwandel innerhalb des Konzerns zu vollziehen. Geringes positives Chancenpotenzial.

11.3 Abschliessende Einschätzung der Chancen- und Risikosituation

Grundlage für die Beurteilung der Chancen- und Risikosituation durch den Vorstand bildet das unter 11.1. beschriebene Chancen- und Risikomanagementsystem. Dabei werden Risiken auf der Ebene der einzelnen Gesellschaften der GfK Gruppe sowie Chancen und Risiken auf der Regionenebene, der Sektor- und Konzernebene identifiziert und bewertet.

Im Vergleich zum Vorjahr hat sich das Gesamtrisiko für die GfK Gruppe leicht erhöht. Die im abgelaufenen Geschäftsjahr neu in die Risikobetrachtung aufgenommenen Risiken stammen hauptsächlich aus dem operativen Bereich. Hier sind vor allem die Notwendigkeit der zeitnahen Anpassung an sich verändernde Marktbedingungen und die effiziente Durchführung von Projekten zu nennen. Die Risiken in Zusammenhang mit dem Wettbewerb, der Absatzmarktkonsolidierung und Risiken in Bezug auf Produktgruppen sind im Vergleich zum Vorjahr im Schadensausmaß höher einzustufen, während nach Implementierung von Gegenmaßnahmen die Eintrittswahrscheinlichkeit nahezu unverändert bleibt. Demgegenüber wird der Konzern die Durchführung der identifizierten Chancen ergreifen.

Zusammenfassend ist festzustellen, dass dem Vorstand zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Konzernlageberichts keine Einzelrisiken oder Wechselwirkungen bzw. eine Kumulation von Risiken bekannt sind, die die GfK SE und die GfK Gruppe in ihrem Fortbestand gefährden können.

General